Warum sich das Unternehmerbild ändern muss

Unternehmer sind der Wirtschaftsmotor Deutschlands – aber wie ist das Unternehmerbild? Unternehmer schaffen Arbeitsplätze und sichern die Zukunft unseres Landes. Nur, würdigen wir dies in Deutschland?

Die Wirtschaftspresse schrieb, dass auch im Tatort am Ende der Unternehmer der Bösewicht ist. Beim Besuch der sehenswerten Karlsausstellung im Rathaus hatte ich ein Erlebnis, dass in die gleiche Reihe passt.

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Ich nahm am Ende der Ausstellung an einer hübschen interaktiven Befragung zum Thema Macht teil. Und was haben über 5.000 Menschen, die bereits teilgenommen haben, auf die Frage, wer seine „Macht“ missbraucht, geantwortet? Deutlich mehr als die Hälfte nannten die „Unternehmen“. Das ist deutlich mehr als beispielsweise die Optionen Politiker und Geheimdienste.

Das Unternehmerbild in Deutschland und USA

Es ist ein wunderliches Bild, das sich zeichnet, wenn Deutschland das Ansehen des Unternehmers beschreibt. Und es ist mir gleich mehrfach persönlich passiert: Erzähle ich in den USA, dass ich Unternehmerin bin, erhalte ich fast ausnahmslos ein „Herzlichen Glückwunsch“ als Antwort. In Deutschland ernte ich in (zu) weiten Zügen Unverständnis – erst recht, wenn klar wird, dass ich (auch noch) Kinder habe.

Welche Gründe veranlassen diese Gedanken?

Warum ist das so? Regiert in Deutschland die Missgunst und der Neid? Oder ist es Unverständnis und Unwissen, denen wir begegnen müssen?

Ein Beispiel: Im Fernsehen wurde die Geschichte der Samwer-Brüder gezeigt. Drei Jungs, die ganz früh ihr erstes Unternehmen Alando gründeten und nach 6 Monaten für viel Geld an ebay verkauften. Heute schrauben sie an einem Firmenimperium, das weltweit Bedeutung erlangen will. Der Ton der Berichterstattung: kritisch mit einem Unterton der Missgunst. Man mag von dem konkreten Vorgehen dieser Gründer halten was man möchte, aber wenn die Berichterstattung über Unternehmer stets den fahlen Beigeschmack des „Halsabschneiders“ in den Mittelpunkt stellt, dann kommen wir in Deutschland schwer auf ein positives Unternehmerbild.

Wir schaffen es immer weniger, junge Menschen von dem Gedanken des eigenen Unternehmens zu begeistern. Schließlich ist der Unternehmer auch der kreative Problemlöser. Der „German Mittelstand“ hat weltweit einen guten Ruf und steht für Innovation und Qualität.

Sollen Unternehmer in ihrem Tun bestärkt oder kritisiert werden?

Mehr als jeder zweite Arbeitsplatz entsteht durch Unternehmer im deutschen Mittelstand. Warum sägt unsere Gesellschaft am wichtigsten Ast, nämlich dem Jobmotor der Nation?

Sollte Unverständnis oder Unwissen der wesentliche Grund sein, dann müssen wir gut überlegen, wie wir über die wahre Welt des Unternehmers aufklären. Im positiven Sinne. Denn jeder Unternehmer übernimmt eine Menge Verantwortung für sich und seine Mitarbeiter. Ich würde mir wünschen, dass er darin bestärkt statt kritisiert wird.

Das Beispiel “Shark Tank” aus den USA

Dass gute, breitenorientierte Ansätze für eine positive Darstellung des Unternehmers aus den USA kommen, verwundert wenig. Dort läuft die TV-Show „Shark Tank“ (Haifischbecken) bereits 5 Jahre und hat 9.000 Arbeitsplätze geschaffen. In der Sendung stellen sich Jungunternehmer vor, die bei den „Haien“ – Unternehmer, die ihr eigenes Geld investieren – um eine Finanzierung werben. Dabei beantworten die Jungunternehmer einfache, aber zentrale Fragen, damit jeder das wesentliche Geschäftsprinzip versteht. Wie etwa „Was kostet das Produkt im Verkauf und was im Einkauf?“. Dazwischen liegt die Ertragsspanne und auf die kommt es an, wenn ein Unternehmen Erträge erwirtschaften und damit nachhaltig existieren soll. Ein tolles Format, Wirtschaft ganz lebendig rüberzubringen.

In Deutschland gibt es das Format „Höhle der Löwen„. Die erste Staffel aus 2014 verzeichnete vollen Erfolg, überschritt die Erwartungen der Macher und wird seitdem jährlich wiederholt.

Was ich mir für die Zukunft wünsche

Warum sich das Unternehmerbild als Bösewicht ändern muss Klick um zu TweetenIch hoffe, dass wir es in Zukunft vermehrt schaffen, endlich den Unternehmer aus der Bösewicht-Ecke zu holen und Neid und Missgunst abschalten. Es steht uns deutlich besser zu Gesicht, denn der „German Mittelstand“ ist weltweit bekannt und renommiert.

Wir brauchen ihn für unsere Zukunft und sollten ihn feiern. Sagen Sie beim nächsten Kennenlernen mit einem Unternehmer: „Herzlichen Glückwunsch!“. Ich bin sicher, er wird es Ihnen danken und wir haben gemeinsam einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

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