Connecting the dots – Ein Geheimrezept des Silicon Valley

Vor drei Jahren waren wir mit einer Wirtschaftsdelegation im Silicon Valley. Wir wollten lernen, was den Erfolg des Valley ausmacht – kopieren kann man das Silicon Valley nicht. AnnaLee Saxenian, Professorin der University of California in Berkeley fasst das Erfolgsrezept zusammen mit: 

people, culture, and connections

Das Geheimrezept „Connecting“

So ist es. Ein Aspekt hat mich besonders begeistert und landete als Geheimrezept in meinem Reisebericht (übrigens der meistgelesene Blogbeitrag): das „Connecting the dots“, das dort gelebt wird. Menschen vernetzen sich, sie sprechen offen über das was sie tun und was sie vorhaben. Da sind wir in Deutschland doch ziemlich zurückhaltend, wie ich finde. Macht sich jemand selbstständig, erlebe ich öfter einen „stealth mode“ im XING-Profil und selbst im persönlichen Gespräch wird meist nicht mehr verraten. Bloß nicht erzählen, was man vorhat. Es könnte ja jemand kopieren. Die German Angst, die hierzulande typische Zögerlichkeit, kommt zutage. Das kam mir schon immer etwas komisch vor, vielleicht auch weil mein Migrationshintergrund mich nicht so typisch deutsch ticken lässt. Im Valley habe ich es dann noch besser verstanden.

Netzwerken rocks

Ich liebe es, mich mit Menschen auszutauschen. Ideen zu spinnen. Und oftmals entsteht im gemeinsamen Gespräch etwas Neues. Ideen verbinden sich, neue Gedanken entstehen. Und, was ich die letzten Jahre vielfach erlebe: das Netzwerk wächst. Denn wenn ich Menschen von etwas erzähle, das mich gerade bewegt, dann passiert es sehr oft, dass mein Gegenüber sagt „Mensch, da musst Du die so-und-so kennenlernen. Die macht was ganz ähnliches. Vielleicht hilft es Euch gegenseitig.“ Und in der Tat, sind diese Gespräche mit Menschen, die mir empfohlen werden, oft sehr fruchtbar.

Können wir das nicht besonders gut?

Ich frage mich, liegt uns Frauen das nicht besonders? Ich meine damit nicht das klatschen und tratschen, das uns nachgesagt wird, sondern generell das Kommunikative. Das zwischen-den-Zeilen-wahrnehmen, die Empathie? Liegt da nicht gerade eine ganz große Chance für uns Mädels? Uns noch besser zu vernetzen und Business noch besser voran zu treiben?

Man muss es wollen

Es entstehen neue Institutionen, die das Netzwerken zum Ziel haben – wie gerade erst diese Tage für die Digitalszene: http://www.women-in-digital.de/. Viele gibt es schon seit Jahren. Ich muss gestehen, ich habe erst seit meiner Mitwirkung in verschiedenen Gremien verstanden, dass es eine machtbesessene, statusgetriebene Gegeneinander-Welt gibt, die überwiegend männlich ist und mir einfach nicht behagt. Und erst seitdem – seit wenigen Jahren – mache ich mich für Frauen stark. Oder sagen wir: für Diversity. #HeForShe inklusive. Ich denke, dass man Themen ansprechen muss, sich einsetzen sollte und, dass wir uns vernetzen sollten. Ganz ungezwungen, aber effektiv.

Höre auf dein Bauchgefühl

In 17 Jahren Unternehmertum habe ich eins gelernt: höre auf Dein Bauchgefühl. Und auch das, die implizite Seite, beherrschen wir Frauen besonders gut. Damit meine ich kein emotionales Getue, sondern schlicht die Tatsache, dass man implizit oftmals vor aller Ratio weiß, was Sache ist. Das Thema wurde sehr schön vom Nobelpreisträger Kahnemann aufbereitet „Schnelles Denken, langsames Denken“  Im Business-Alltag sollten wir uns mehr trauen, das Implizite zuzulassen. Nicht ohne Ratio, aber in einer guten Mischung.

Im Business-Alltag sollten wir uns mehr trauen, das Implizite zuzulassen. Klick um zu Tweeten

Auf geht´s

Also Ladys, lasst uns so sein, wie wir sind. Es gibt eine ganze Generation Frontfrauen, die das bereits vormachen. Kleider tragen, ganz Frau sind und auch die impliziten Themen adressieren. Es braucht noch mehr von uns. Packen wir es an 🙂

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