Boys Day und Girls Day reflektieren alte Rollenbilder

Rosarot- und Hellblau-Denke

Gestern war ich auf einer Konferenz, die ich vor vier Jahren noch nicht besucht hätte. World Cafe Women Digital EntrepreneurshipLange hatte ich das Thema „Frauen“ nicht auf dem Schirm.

Die Konferenz? Women in Digital Business, organisiert u.a. von Women in IT und der Deutschen Messe AG. Dort durfte ich einen Workshop durchführen – zu meinem Herzensthema: Women Digital Entrepreneurship.

Mehr weibliche Gründerinnen ist ein Thema

Dass wir uns um mehr weibliche Gründerinnen, insbesondere in der IT, bemühen sollten, zeigt auch der aktuelle Titel des Magazins CoFounder. Nur drei Prozent aller Tech-Startups werden von Frauen gegründet, titelt es. Auch wenn es sich hier um Zahlen aus dem Silicon Valley handelt, in Deutschland sieht es nicht besser aus. Um die acht Prozent der Tech-Startups ging zuletzt zumindest mit Beteiligung von Frauen hierzulande an den Start (Quelle: HTGF).CoFounder

Lösungsansätze

WorldCafeDie Runde des Workshops, bestehend aus zwölf Digital Women, kam zu tollen Lösungsvorschlägen, wie wir mehr Mädchen und Frauen für die digitale Welt begeistern.

Hier sind einige Lösungsansätze:

  • Trainiere Deine Social Skills und gib sie an Deine Kinder weiter.
  • Übe, auf der Bühne zu stehen.
  • Networking, networking, networking
  • Frauen, unterstützt andere Frauen.
  • Seid ausdauernd und haltet an Euren Zielen fest.
  • Mütter und Väter, lebt Euren Jungs ein modernes Rollenbild vor.
  • Männer, geht in die Bildung, insbesondere in Kindergarten und Grundschule.
  • Liebe Bildungsverantwortliche, wir brauchen dringend mehr Begeisterung für MINT in
    Schulen.

Tolle Ergebnisse

Portrait
Ergebnis am Rande: im Google-Vortrag sollten wir uns gegenseitig zeichnen 🙂 Danke liebe Nachbarin

Die Ergebnisse nach nur 90 Minuten World Café haben mich begeistert. Und im großen Plenum vorgestellt, erntete jeder einzelne Punkt Applaus. Eine wunderbare Wertschätzung für jeden Teilnehmer.

Einiges davon muss ich selbst noch mehr beherzigen (zum Networking nehme ich mir weniger Zeit als ich sollte, auch wenn mancher mich als Netzwerk-Königin bezeichnet. Ich investiere dennoch viel zu wenig Zeit). In einigem bin ich schon recht gut (Social Skills und ab an die Kids damit) und die Initiativen, in die ich Zeit investiere, sind offenbar auch in die richtige Richtung unterwegs (Digital-Bildung im CoderDojo und dem größeren Projekt  www.digitalkunde.de, Social Skills Stärkenschmiede  und Entrepreneurship: Young IT im bitmi und der gründerstunde.de)

Boys Day Girls Day

Und während wir unsere Ergebnisse reflektierten, sprachen wir über den Girls Day. Und den Boys Day. Und dann machte es klick bei mir. Denken wir doch die ganze Zeit noch in rosarot und hellblau? Ja, wir tun es. Wir sagen Mädchen „guck Dir doch mal ’nen technischen Beruf an“ und den Jungs „geh mal in den Sozialbereich“. Natürlich ist das richtig und steckt auch oben in unseren Lösungsansätzen. Ja, wir brauchen mehr Erzieher, damit Diversity schon im Kindergarten vorgelebt wird – die Gruppen werden ja heute schon quotiert gebildet, gut gemischt aus Jungs und Mädchen. Ganz bewusst. In jungen Jahren läuft´s noch. Aber wir brauchen auch weniger „einsortieren“ und weniger „das kannst du doch“. Sondern viel mehr „probier´s doch einfach“. Egal was. Finde heraus, ob es Dir Spaß macht.

Mit dem jetzigen Titel begegnen wir Schülern der fünften und höheren Klassen wieder mit hellblau und rosa. Wäre es nicht viel besser, den Tag „Probier was Neues-Day“ oder noch besser „Challenge-Day“ zu nennen (letzteres inspiriert vom Fach Herausforderung an der wunderbaren fortschrittlichen Schule ESBZ)? Von mir aus auch ganz auf Deutsch oder Englisch? Wieso nur pflegen wir diese verkrusteten Rollenbilder? Und wieso fällt mir das jetzt erst auf? Ich rätsele tatsächlich.

Wir sollten aufhören mit der Hellblau- und Rosarot-Denke. Girls und Boys Day gehört umbenannt. Klick um zu Tweeten

Und bin überzeugt: Der Tag sollte umbenannt werden. Meint Ihr nicht?

Schreibe einen Kommentar

Share This