3: Erfolgsfaktoren für Innovationen

Chancen entwickeln mit der 4W-Formel

Heute sprechen wir über etwas, was mir wirklich am Herzen liegt, nämlich ein bisschen die Basis des Ganzen. Wir sehen vielleicht eine Menge Apps da draußen, neue Produkte, wo wir uns fragen “Warum braucht’s die eigentlich”? Ich entdecke täglich welche. Ich werde noch oft über solche neuen Produkte oder Services oder Apps sprechen. Aber erst mal würde ich ganz gern die Basis legen. Wir befinden uns im digitalen Zeitalter. Und alles geht unheimlich schnell. Zumindest gibt es eine Menge Menschen, die es als zu schnell empfinden, wie alles vonstatten geht. Irgendwie hat man sich gerade an eine neue App gewöhnt, und schon sieht sie morgen ganz anders aus. Ich finde, das ist Fluch und Segen zugleich. Ich liebe das Digitale und auch die Möglichkeit, die Dinge schnell zu verändern. Aber ich glaube, wir müssen uns auch die Frage stellen, ob wir die Menschen mitnehmen. Und den Podcast mache ich sowohl für dich aus der Rolle des Kunden, also Nutzer einer App oder eines neuen Produktes. Und dabei rede ich wirklich vom Schokoriegel bis zum Elektroauto, allen Produkten, die wir uns vorstellen können, und Services, aber auch adressiert das hier die Anbieter. Vielleicht hast du schon immer mal vorgehabt, deine erste eigene App auf den Markt zu bringen, vielleicht verkaufst du Produkte im Markt, bietet Services an. Vielleicht bist du auch in einem großen Unternehmen, das das im großen Stil macht. Das, was jetzt kommt, ist tatsächlich für alle gleichermaßen gedacht.

Mehr zum KISS-Index findest Du auf der Website meiner Firma www.dialego.de.

Wenn Du Dich tiefer reinlesen willst, empfehle ich mein Buch “Die Zukunft ist menschlich”, erhältlich überall, wo es Bücher gibt.

Ausserdem findest Du bei Dialego (www.dialego.de) die Sketchnote, die ich im Podcast ankündige, eine Visualisierung der 4Ws, die den Erfolg von Innovationen ausmachen.

———– Der Podcast als Transkript ———–

Episode 3 – Chancendenken – Erfolgsfaktoren für Innovation – 07.01.20, 20.54.mp3

[00:00:00] Happy New Year. Willkommen zum ersten Podcast im neuen Jahr! Folge drei – noch ganz der Anfang. Heute sprechen wir darüber, welche Erfolgsfaktoren es für Innovationen gibt.

[00:00:25] Herzlich willkommen im Podcast Chancen denken, wie wir in der digitalen Welt leben wollen. Ich bin Andera Gadeib Autorin, Digitalunternehmerin und Online-Enthusiastin. Meine Passion ist es, die Zukunft zu gestalten, und zwar digital wie analog. Immer für den Menschen. Wenn du auch Spaß daran hast und wissen willst, wie Du das anpacken kannst, dann hör hier rein. Danke, dass wir die Zeit nimmst. Los geht’s.

[00:00:54] Heute sprechen wir über etwas, was mir wirklich am Herzen liegt, nämlich ein bisschen die Basis des Ganzen. Wir sehen vielleicht eine Menge Apps da draußen, neue Produkte, wo wir uns fragen “Warum braucht’s die eigentlich”? Ich entdecke täglich welche. Ich werde noch oft über solche neuen Produkte oder Services oder Apps sprechen. Aber erst mal würde ich ganz gern die Basis legen. Wir befinden uns im digitalen Zeitalter. Und alles geht unheimlich schnell. Zumindest gibt es eine Menge Menschen, die es als zu schnell empfinden, wie alles vonstatten geht. Irgendwie hat man sich gerade an eine neue App gewöhnt, und schon sieht sie morgen ganz anders aus. Ich finde, das ist Fluch und Segen zugleich. Ich liebe das Digitale und auch die Möglichkeit, die Dinge schnell zu verändern. Aber ich glaube, wir müssen uns auch die Frage stellen, ob wir die Menschen mitnehmen. Und den Podcast mache ich sowohl für dich aus der Rolle des Kunden, also Nutzer einer App oder eines neuen Produktes. Und dabei rede ich wirklich vom Schokoriegel bis zum Elektroauto, allen Produkten, die wir uns vorstellen können, und Services, aber auch adressiert das hier die Anbieter. Vielleicht hast du schon immer mal vorgehabt, deine erste eigene App auf den Markt zu bringen, vielleicht verkaufst du Produkte im Markt, bietet Services an. Vielleicht bist du auch in einem großen Unternehmen, das das im großen Stil macht. Das, was jetzt kommt, ist tatsächlich für alle gleichermaßen gedacht.

[00:02:28] Ich will beginnen mit einem Zitat von Henry Ford. Du kennst das vielleicht. Der hat damals gesagt, als er das Auto erfunden hatte “Hätte ich die Menschen gefragt, sie hätten schnellere Pferde verlangt”. Und er wollte damit sagen, dass die Idee, die Innovation, dieses neue Gefährt, nicht entstanden ist, weil jemand danach verlangt hat, sondern er sich diese Innovation ausgedacht hat. Dieses neue Konzept, sich von A nach B zu bewegen. Und ich bin überzeugt, Ideen kommen tatsächlich nur den seltensten Fällen von uns Kunden selber. Da gibt es auch eine Route, die sogenannten Lead User. Kann ich auch gern mal drüber sprechen, wenn Euch das interessiert. Aber das ist jetzt nicht unser Thema. Aber bei jedem einzelnen neuen Produkt oder jedem neuen Service muss aus den Schuhen des Kunden heraus gedacht werden und dass ist allzu selten der Fall oder könnte zumindest sehr viel öfter der Fall sein. Denn die Kundenperspektive entscheidet darüber, ob eine Innovation erfolgreich ist oder nicht. Also ob uns etwas anspricht, wenn es in den Markt kommt und wir es dann kaufen und wieder kaufen, unseren Freunden empfehlen. Eine App irgendwann zum täglichen Leben dazugehört wie morgens die Tasse Kaffee oder das Handy überhaupt, was wir in der Hosentasche tragen. Die Frage, ob ein Produkt oder ein Service sich durchsetzt.

[00:03:52] Das, was ich euch jetzt vorstelle, ist sozusagen die Basis dessen, eine wesentliche Erkenntnis meiner Arbeit als Forscherin, als Onlineforscher. Das mache ich jetzt 20 Jahre. Ich habe vor ein paar Jahren schon mal eine ähnliche Studie gemacht oder eine Analyse gemacht, wo ich ganz viele Studien, die ich bislang durchgeführt hatte, zusammengefasst habe und geschaut habe: Was ist die übergreifende Erkenntnis darin? Und das habe ich kürzlich nochmal gemacht mit meinem Team, nämlich bei der Suche nach den Erfolgsfaktoren für Innovationen im digitalen Zeitalter, die ermöglichen in der Geschwindigkeit zu reagieren. Du hast gerade ein neues Produkt wahrgenommen, schon bieten sich zwei bis zwölf weitere an. Die Frage “Wem vertraue ich? Mit welcher App? Mit welchem Produkt verbringe ich meine Zeit? Wo gebe ich Geld aus und unterstütze das?” Das ist, glaube ich, sehr fundamental, und man kann tatsächlich sehr früh in der Ideen Phase schon die Weichen stellen. Man erkennt nämlich tatsächlich sehr früh, ob etwas Potenzial hat oder nicht. Und das aus den Schuhen des Kunden heraus gedacht. Das tu ich immer forscherisch. Ich mache online Forschung seit 20 Jahren.

[00:05:06] Und das, was ich Dir jetzt einmal als die 4W-Formel mitgeben möchte, ist ein Wegweiser, den man wirklich sofort einsetzen kann, um zu entscheiden: Wie gehe ich ein neues Produkt an oder oder einen neuen Service, den ich vielleicht starten möchte? Oder auch aus der Kundenperspektive: Wie nehme ich das denn eigentlich wahr. Wenn Du das nächste Mal durch den Supermarkt, durch den Drogeriemarkt gehst oder durch den App Store, Dir die Frage stellst: Ja, wie ist denn das eigentlich bei dem Angebot, was ich jetzt hier wahrnehme? Das Ganze ist gedacht, im KISS-Prinzip. Wenn du Entwickler bist, also Programmierer, dann kennst du das. KISS steht für “Keep it simple, stupid”. Also halte es so einfach wie möglich, denn ich glaube, das gilt für alles im Leben. Und bei der Datenanalyse umso mehr. So sehr herunterzubrechen auf das Wichtigste, worauf es wirklich ankommt, ist elementar. Und das ist das KISS-Prinzip. Und so einfach wie möglich bei den Erfolgsfaktoren für Innovation heißt, dass genau vier Faktoren die entscheidenden waren, auf die es ankommt, wenn etwas Neues entsteht. Und zwar sind es die vier:

[00:06:19] 1. WAS: der Relevante Nutzen. Das ist ein Faktor, den ich tatsächlich vorher schon einmal gefunden hatte und der sich hier auch wieder zeigt. D.h. Wie relevant ist eigentlich das Produkt oder der Service, der mir da angeboten wird?

[00:06:34] 2. WER: welche Marke steht dahinter?

[00:06:37] 3. WANN: zu welchem Zeitpunkt ist sie im Markt. Und

[00:06:42] 4. WARUM: Begeisterung im Kundenfeedback.

[00:06:46] Das möchte ich jetzt einmal anhand von einem Beispiel erläutern. Was das heißt, diese 4W-Formel, also das, WAS, WER, WANN, WARUM?

[00:06:55] Noch kurz zum Hintergrund: Wie sind diese Daten entstanden und dieses Ergebnis zustande gekommen? Es sind unglaublich viele, viele Interviews, die ich über die letzten 20 Jahre durchgeführt habe. In gut 20 Ländern, also in verschiedenen Ländern der Welt, schauen wir jetzt drauf und es sind insgesamt 8.000 Innovationen in ganz vielen verschiedenen Märkten. Da ist tatsächlich ein Elektroauto genauso dabei wie ein Schokoriegel, ein Duschbad oder auch eine App, beispielsweise. Also wirklich sehr diverse Innovationen, die rund um das tägliche Leben, was uns so begegnet, von morgens bis abends sind mit reingeflossen. Es ist eine vollständig anonyme Analyse. Unsere Befragten sind anonymisiert, aber auch unsere Kunden sind dort nicht mehr enthalten. Zusammengefasst sind diese vier Faktoren das Ergebnis. Und jetzt will ich euch einmal erklären, was das heißt. Wir nehmen als Beispiel ein öffentliches Projekt, davon darf ich sprechen. Wir machen eine Menge Forschung, auch eine Menge privatwirtschaftlich für Unternehmen. Davon darf ich natürlich nichts sagen und werde ich auch nie. Aber die öffentlichen Projekte sind wunderbar geeignet, davon zu erzählen. Sie sind auch dazu gedacht, dass jeder daran teilhaben kann.

[00:08:10] Hier geht es um ein sehr zukunftsgerichtete Mobilitätskonzept, nämlich den autonomen Bus, also die Frage oder die Vorstellung, dass uns im Jahr 2050 – ich glaube, die vollständige Autonomie ist tatsächlich noch sehr weit entfernt, Teilautonomie ist schon sehr nahe – sozusagen der Bus uns zu Hause abholt und setzt uns an unserem Ziel ab. Und vorne sitzt kein Busfahrer mehr drin. Das Konzept beforschen wir gerade sehr intensiv. In einem Forschungsprojekt mit Unipartnern gehen wir in verschiedene Stufen: Verstehen erst mal die Bedürfnisse und schauen dann aber auf Nutzendimensionen, also die Frage: Was sind denn mögliche Ideen, mögliche Konzepte, die da entstehen könnten? Eine Idee der Programmierer war: Ich sehe im Kalender, dass jemand in einer Stunde einen Arzttermin hat, also schicke ich ihm eine kurze Nachricht aus der App dieses autonomen Busses. Den kann ihn natürlich per App buchen, vielleicht auch anrufen. Nehmen wir jetzt mal die App. Dann schicke ich ihm eine Nachricht “In einer Stunde hast du einen Arzttermin, du brauchst 15 Minuten hin. Soll der Bus dich in 30 Minuten abholen?” Also ohne, dass man irgendwas gemacht hat und selbst tätig geworden ist, hat der Busbetreiber Zugriff auf den Kalender und macht den Vorschlag, dass der Bus kommt. Und das war tatsächlich eine dieser Konzeptideen, die wurden superklar, abgelehnt. Die waren in der unteren Rangliste unter den letzten drei Varianten von 30 insgesamt, also die niedrigsten zehn Prozent. Weil die Menschen gesagt haben “Nee, ich will nicht, dass so ein Bus auf meinen Kalender zugreift”. Hier kann man sagen: WAS genau ist der relevante Nutzen dieses autonomen Busses? Das ist vielleicht viel mehr, das ich pünktlich von A nach B komme. Das ich sicher von A nach B komme. Wir werden uns noch bestimmt öfters darüber unterhalten, was genau ein solcher Nutzen ist. Der kann nämlich sehr funktional, aber auch sehr emotional sein. Also, Sicherheit ist zum Beispiel sehr emotional. Es kann sein, dass ich keinen Stress habe mit der Parkplatzsuche beispielsweise. Aber offenbar ist das Thema, dass mir automatisch aus dem Kalender heraus Vorschläge gemacht werden, aktuell kein relevanter Nutzen. Das “aktuell” deutet schon auf den Faktor WANN, die Zeit, hin. Tatsächlich ist das heute der Fall. Der Test ist jetzt kürzlich gelaufen. Wenn ich das Ganze in ein paar Jahren wiederhole, wenn wir schon alle selbstverständlich autonom unterwegs sind, im autonomen Bus und vielleicht auch von Jemanden betrieben wird, dem ich sehr vertraue, dann kann sich das schon wieder ganz anders darstellen. Also Zeit ist auch ein Faktor.

[00:10:41] Und das WER. Ich habe es gerade schon angesprochen, wenn es von jemandem betrieben wird, dem ich vertraue. Es macht einen großen Unterschied, welche Marke dahinter steht. Wenn mein öffentlicher Nahverkehrsbetreiber einer ist, den ich ohnehin schon super finde, der immer pünktlich und sauber ist, der bringt mich ganz toll von A nach B. Dann wird der wahrscheinlich auch deutlich positiver abschneiden und du wirst eher geneigt sein, in diesen autonomen Bus einzusteigen, als vielleicht bei einem Verkehrsunternehmen, dem du nicht so sehr vertraust. Gerade bei etwas Neuem,wo wir ganz generell als Menschen erst mal ablehnender sind. Das hat auch gute Hintergründe. Da werde ich auch noch drüber sprechen. Ist es eine Marke, der vertrauen kann? Da traue ich mich dann vielleicht auch eher mal aus dieser Komfortzone raus. Das wird auch eine ganz spannende Entwicklung sein über die nächsten Jahre, gerade wenn das Digitale noch mehr in unser Leben vordringt. Wer denn da eigentlich die Marke ist, der wir besonders vertrauen.

[00:11:38] Und der letzte Faktor ist das WARUM. Begeisterung im Kundenfeedback heißt, wirklich genau hinzuhören. Wenn ich jetzt Forschung mache, beispielsweise zu einem Thema wie dem autonomen Bus, dann gibt es da unglaublich viele Möglichkeiten, offen zu sagen, was mir gefällt, was mir nicht gefällt, vielleicht auch einzelne Elemente, die vorgestellt werden. Und auch das kann man auswerten. Digital mit künstlicher Intelligenz, Textmining nennt sich das. Da schauen wir bestimmt auch das eine oder andere Mal drauf. Wenn Du Lust hast, geb ich dir auch gern einmal mehr Details zu. Tatsächlich war das einer der vier relevanten Faktoren. Im Kundenfeedback steckt ganz viel drin, was Auskunft darüber gibt, ob es ein hohes Potenzial hat oder niedriges Potenzial – eine Idee auf die schaue oder ein Produkt, was ich launchen möchte, was ich in den Markt bringen möchte. Das ist ganz spannend.

[00:12:28] Also es sind vier Faktoren, die ich jetzt herausgestellt habe. Das ist die 4W-Formel, wie ich sie nenne. Jetzt denkst Du vielleicht, vielleicht gab es nur diese vier Fragen im Fragebogen. Nein, es gab über 30, typischerweise wird so etwas wie Gesamtgefallen oder Kaufbereitschaft gefragt bei diesen Studien. Und tatsächlich sind das auch die Faktoren, wo die meisten Unternehmen erst einmal drauf schauen. Das sind die bekanntesten, prägnantesten. Aber die sind gar nicht so interessant, sondern interessant sind die vier: das WAS, der Relevante nutzen. Das WER, nämlich, welche Marke und die Markenpassung des Produktes oder Services zur Marke. Das WANN, also der Zeitpunkt und das WARUM, das im Kunden Feedback steckt.

[00:13:09] So viel in Kürze für heute. Das war schon einiges wahrscheinlich. Ich habe das als Sketchnote zusammengefasst, also einmal gezeichnet. Ich setze das in die Shownotes rein. Und wenn es spannend für dich ist, hänge es Dir gern an den Schreibtisch oder an den Kühlschrank und nutze es, bei deinen Entscheidungen etwas voranzubringen, sei es irgendwie im Fußballverein oder im Unternehmen. Es würde mich freuen, wenn dich das weiterbringt.

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